Mittwoch, September 06, 2017

Philipp Budiman: Tratsch und Prosecco beim Konzessionär ist nicht meine Welt.

In der Reihe „Die Uhrenbeweger“* habe ich Philipp Budiman, Mitbegründer und CEO des Uhren Onlineshops „MONTREDO“ interviewt. Mit Anfang Dreißig tritt Budiman mit Partnern und seinem Berliner Team an, auch international einer der Big Player im Onlinemarkt für Uhren zu werden. Das sind seine Antworten auf meine Fragen:

Philipp Budiman, Gründer und CEO von MONTREDO

Zur Person

Name: Philipp Budiman

Unternehmen: Montredo GmbH

Position: Gründer und CEO

Im Unternehmen seit: 2012

Beruflicher Werdegang

Ich habe in Graz und Hong Kong Betriebswirtschaft und Psychologie studiert. Am Ende des Masterstudiums gründete ich mit einem Studienkollegen ein Social Gaming Unternehmen und bin so ins Unternehmertun eingestiegen. Die Firma haben wir nach zwei Jahren an einen Verlag verkauft.

Privat bin ich schon seit meiner Jugend Uhrenliebhaber, hatte aber immer ein mulmiges Gefühl beim Kauf einer hochwertigen Uhr im Internet. Der Uhrenkauf im Internet war vor 5 Jahren noch unbefriedigend und hat dem E-Commerce State of the Art noch nicht entsprochen. Der Großteil der Uhren Online Shops war in der User Experience unterdurchschnittlich und nicht vertrauenswürdig. Das wollte ich gemeinsam mit zwei Schweizer Investoren ändern und so ist die Idee zu Montredo entstanden.

Ein paar Eckdaten zum Unternehmen

Montredo gibt es seit 2012, wir haben unseren Sitz in Berlin und konzentrieren uns auf neue Uhren, die wir direkt vom Hersteller oder von Konzessionären aus Europa beziehen.

Mit einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als 500% wurde Montredo dieses Jahr unter die Top 10 schnellst wachsenden Unternehmen und Top 3 E-Commerce Unternehmen Deutschlands gewählt (Gründerszene Wachstums Ranking 2016).

Unser Ziel ist es, innerhalb der nächsten 5 Jahre der weltweit größte Onlineshop für Luxusuhren zu werden und dies nachhaltig.

Und nun zu den Fragen

Was begeistert Sie an Uhren: Das Innere oder das Äußere?

Eher das Äußere, obwohl es schon zwingend eine mechanische Uhr sein muss. Quarz Uhren kommen für mich nicht in Frage.

Ihre erste wirklich „wertige“ Uhr war eine…?

Breitling Colt, die ich von meinem Vater zum Studienabschluss bekommen habe.

Wie viele verschiedene Uhren tragen Sie regelmäßig?

Ich besitze 6 hochwertige Uhren wobei ich 4 davon regelmäßig trage.

Ihr absoluter Favorit?

Meine Vulcain Nautical Heritage.

Welche Aussage trifft auf Sie zu:

Ich wähle die Uhr meiner Gemütslage entsprechend, unabhängig von weiteren Faktoren

Fünf Klassiker, die ein Uhrenverrückter in der Schublade haben sollte.

Davon ausgehend, dass Geld keine Rolle spielt:

Patek Philippe Nautilus Stahl

Royal Oak Stahl

Omega Speedmaster Professional Moonwatch

Tag Heuer Monaco

Panerai Luminor

Besitzen Sie eine „billige Urlaubsuhr“? Wenn ja, welche?

Nein, besitze ich nicht.

Welche Ihrer privaten Uhren würden Sie im Falle eines Verlustes am meisten vermissen?

Meine Vulcain Nautical Heritage.

Sie tragen Ihre Uhr am liebsten an:

Leader.

Braunes Lederband zu schwarzen Budapestern – geht das?

Wenn sich der Träger dabei wohl fühlt, geht das natürlich.

Bei welchen Gelegenheiten verzichten Sie auf eine Uhr am Handgelenk?

Dusche, Sauna, Schlaf. Das war’s dann aber auch schon.

Klares Nein.

Mechanische Uhren werden jeden Technik-Trend überleben, weil:

Die Welt immer digitaler wird und eine mechanische Uhr uns erdet.

Ein Familienmitglied wünscht sich von Ihnen eine neue Uhr. Und zwar einen sehr preiswerten Mode-Quarzer. Wie reagieren Sie?

Das Familienmitglied bekommt einen Montredo Gutschein und 100 Euro von mir persönlich on top.

Wenn Sie ein nicht uhrenaffiner Freund fragt, wie viel er denn für eine „vernünftige“ Uhr mindestens ausgeben muss, welche Summe nennen Sie?

Ab EUR 800.-

Benchmarken Sie bitte folgende Preisregionen für Uhren mit ihrer Obergrenze:

Was ist der größte Vorteil des Online-Handels gegenüber dem klassischen Konzessionär?

Der Komfort, die Auswahl, schmökern 24/7 ohne zeitliche Limitierung, ohne Kaufzwang und bequem von der Couch aus, flexible Preise, Widerrufsrecht, Anonymität und Kundenservice, der telefonisch, per Chat und per Email für einen da ist.

Ich persönlich, und hier kann ich wirklich ausschließlich für mich sprechen, gehe als Kunde nicht gerne zum Konzessionär: Das skeptische Mustern des Security Herren meiner Sneakers vor der Eingangstür, das Tratschen und Prosecco trinken mit dem Verkaufspersonal, das ist einfach nicht meine Welt. Aber ich kenne sehr viele Kunden, die gerade dies schätzen und das respektiere ich vollkommen. Wie gesagt, dies gilt nur für mich persönlich. Ich kaufe eigentlich mittlerweile so gut wie alles online.

Was der größte Nachteil?

Wenn man Wert darauf legt: Kein Face to Face Gespräch mit dem Verkaufspersonal.

Definieren Sie Ihr Handels-Segment: Konzi / Grauhändler / Second Hand?

Wir sind sowohl Konzessionär, als auch Sekundärhändler.

Ist der Online-Uhrenhandel wirklich der Tod des klassischen Konzessionärs in der Fußgängerzone?

Der Großteil der hochwertigen Uhren wird nach wie vor offline gekauft. Obwohl der Online-Anteil stetig weiterwächst, gehe ich davon aus, dass es in den nächsten 20 Jahren auch weiterhin Ladengeschäfte geben wird. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass sich der Offline-Markt stark konsolidieren und sich die Anzahl der Konzessionäre in den nächsten Jahrzehnten drastisch verringern wird.

Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung des Uhrenhandels in den nächsten 5 Jahren?

Anknüpfend an die letzte Frage glaube ich, dass der Markt immer stärker online stattfinden wird. Die Konsequent ist, dass es kleine stationäre Händler immer schwieriger haben werden: weniger Kunden im Laden, zusätzliche Konkurrenz durch die Brand-Boutiquen der Hersteller und keine Möglichkeit, sich online gegenüber den etablierten Playern behaupten zu können.

Welches wäre der größte Fehler, den man als Händler machen kann?

Zu glauben, dass man als traditioneller Konzessionär seine Webseite einfach um einen Online-Shop erweitert und dann die Kunden wie von alleine kommen und online bestellen. Diesen Fehler haben in den letzten paar Jahren sehr viele deutsche Konzessionäre begangen.

Wenn Sie nicht im Uhrenhandel gelandet wären, dann wären Sie jetzt:

Auf jeden Fall in der digitalen Branche und Unternehmer.

Welches berufliche Ziel möchten Sie unbedingt noch erreichen?

Weltweit der größte Uhren Online-Shop zu werden.

Und welches private?

Eine glückliche Familie mit einem abenteuerlichen Leben.

Welche nicht tickende Passion begeistert Sie?

Berge.

Noch irgendwelche berühmten letzten Worte?

Beende ein Interview mit einem „Call to Action“: Lieber Leser, schau doch einfach mal bei uns vorbei: www.montredo.com 🙂

Herzlichen Dank.

*In der Reihe „Die Uhrenbeweger“ interviewe ich – meist per Fragebogen – Menschen, deren berufliches Leben eng mit dem Thema Uhr verbunden ist. Entscheider/innen aus der Uhren-Industrie und dem Uhren-Handel, Uhrmacher, Designer, Sammler und andere Verrückte.

Fragen und Antworten werden von mir unkommentiert veröffentlicht. Ich werde für keinerlei Leistungen im Rahmen der Veröffentlichung bezahlt, weder für die Abbildung von Produkten oder Marken, noch für die Verlinkung zu dem Unternehmen des Interview-Partners.

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+++ Eilmeldung +++ Jean-Claude B. kurz vor Wechsel zu „Splendor“ +++

Die Schweizer Uhrenindustrie steht vielleicht vor dem spektakulärsten Personalwechsel seit der Quarzkrise. Was auf den Gängen der Baselworld nur getuschelt wurde, scheint an diesem Wochenende in trockene Tücher gepackt zu werden:

Jean-Claude B. (Name der Redaktion bekannt, sie weiß aber nicht, wie er ausgesprochen wird), die Manager-Ikone aus dem Hause LVMH (Sinn der Abkürzung ist der Redaktion nicht bekannt), wird von Branchen-Insidern als neuer CEO des helvetischen Aktionshauses „Splendor S.A.“ ins Gespräch gebracht.

Der geniale Manager will mit SPLENDOR der Uhrenindustrie mal so richtig Dampf machen.

B., Kopf und Seele von Marken wie Zenith, TAG Heuer oder Hublot äußerte sich mir gegenüber ungefragt nicht zu den Gerüchten, die in der Uhrenindustrie für ein Erdbeben sorgen werden. Aus wie immer gut informierten Kreisen ist allerdings zu hören, dass Jean-Claude mit diesem vielleicht letzten Wechsel seiner beruflichen Laufbahn den absoluten Gipfel der Haute Horlogerie erklimmen möchte.

Dieser stark vergrößerte Ausschnitt eines Privatfotos soll eine Astron Blue Discovery am Handgelenk von Jean-Claude B. zeigen.

(Jetzt Ex-)Freunden soll das Marketing-Genie anvertraut haben, dass er noch einmal „ganz oben“ mitspielen möchte. Wir alle wissen doch, dass es oberhalb solch kleiner Familienbetriebe wie Patek Philippe nur noch mit einem uhrmacherischen Flaggschiff wie der berühmten „Astron“ weitergehen kann.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Jean-Claude B. die Zeichen der Zeit (wie immer vor uns allen) erkannt hat, dass Quarz die neue Grande Complication der Uhrenindustrie sein wird. Wenn Gehäusegröße (Hublot) und Vernetzung (TH Connected) abgearbeitet sind, können nur noch Design und Qualität der Maßstab sein.

Wo soll ein Connaisseur (Sinn des Wortes der Redaktion ungefähr bekannt) wie er dies alles besser finden, als bei „Splendor“. Deren Modelle und Designs wurden dutzendfach von den Schweizer Uhrenschraubern kopiert und „hommagiert“. Beispiele dafür sind die „Astron Discovery Blue“ (von Breitling abgekupfert und mit einem unpassenden Manufakturwerk verschandelt) oder die wegweisende „Coriba“, der Rolex einfach eine Krone auf das Zifferblatt stempelte und sie seither als „Daytona“ verkauft.

Astron Discovery Blue - oft kopiert und (zum Glück) nie erreicht Die Coriba ist unzweifelhaft die Inspirationsquelle der Daytona

Die unbestrittene Qualität der Astron-Modelle habe ich selbst in einem aufwendigen Test nachgewiesen: Hier nachzulesen. Mich wundert es nicht, wenn ein Macher wie Jean-Claude B. dem „Original“ vorstehen will. Dass er es leid ist, immer wieder Marken groß machen zu müssen und jetzt einfach mal nur Championsleague spielen möchte. Vielleicht steckt aber noch ein viel geschickterer Schachzug hinter dem Wechsel. Seit Jahren ist vom PR-Schlachtross bekannt, dass er, Zitat: „…endlich mal ins ADAC-Heftchen will!“

Auf diese Anzeigenseiten des Luxus-Magazins „ADAC Motorwelt“ soll B. scharf sein.

Doch die Werbeseiten dieser Hochglanz-Illustrierten sind streng limitiert und auf Jahre von einem kleinen Kreis exklusiver Anzeigenkunden (Treppenlift, Donaukreuzfahrt…) geblockt. Oder haben Sie jemals eine Annonce von Rolex, Breguet und Patek dort erblickt? Eben!

Sei es wie es ist, als Kopf von Splendor, an der Schaltstelle der horologischen Macht, hat B. dann die Präsenz in den Medien, die er für die nächsten Schritte benötigt. Dann hätten wir von Jean-Claude noch einiges zu erwarten: Der Angriff auf Rolex, die Übernahme von Patek Philippe oder die erste vernetzte Kuckucksuhr. Das Sondermodell „Discovery Depeche Mode“ oder Weltfußballer Ronaldo als Splendor-Markenbotschafter.

Wir dürfen gespannt sein, denn offiziell ist es ja nur ein Gerücht. Aber sagen Sie nachher nicht, Sie hätten es nicht gewusst. Denn spätestens auf der Baselworld 2018 bei der Einweihung der Splendor-Halle (ehemals Halle 1) wird der Branche das Lachen vergangen sein.Es gibt Uhren, die werden wohl nie die Bekanntschaft mit einem Maßanzug von Henry Pool & Co. machen. Sich nie unter der Manschette eines Charvet-Hemdes verstecken. Diese Zeitmesser sind von der Savile Row in London so weit entfernt wie ein (echte) „Lange 1“ vom Wochenmarkt in Antalya. Und Sie wissen jetzt, dass ich gerade einen Bericht über die besten Schneider der Welt gelesen habe (und irgendwo muss dieses Wissen doch hin).

Zurück zur Uhr, in diesem Fall zur „Chronofighter Oversize“ aus dem Hause Graham. Ich wollte schon seit Monaten eine haben, denn die Uhren des besagten Herstellers waren mir a) nicht persönlich bekannt und b) nicht ganz geheuer. Bilden sie doch optisch die perfekte Symbiose aus Handgranate, Kreissäge und tragbarem Diesel-Aggregat. Kurzum: genau das richtige Männerspielzeug.

Ein Rambo-Messer ist ein Scheiß dagegen!

Nun misst der Chronofighter bereits ohne das links – also falsch- angeschlagene Kurbel-Hebel-Drücker-Kronen-Ensemble (kein offizieller Fachterminus) 47 Millimeter im Kreis. Zuzüglich ist es ein gefühlter halber Meter.

Die Intuition trügt, denn der Hebel über der Krone hat ausschließlich die Funktion, den Startknopf der Stoppuhr zu bedienen, der sich in/an der Krone befindet. Das darüber liegende schwarze Trompetenventil hat keinerlei musische Begabung, sondern bringt die soeben gestartete Zentralsekunde samt Minuterien wieder zum Stehen. Ja, das geht auch mit wesentlich weniger Show und Stahleinsatz – aber nicht bei Graham.

Nach dem ersten Blick auf das Bedien-Konvolut schreit das uhrenverrückte Kleinhirn so etwas wie „UNTRAGBAR“. Da hat es sich aber aufs Feinste verschätzt. Denn sobald der Erst-Grahamnist die Uhr mittels weichem Kautschukband ans Handgelenk (das linke) schnallt, entfährt im ein erstauntes „Hoppala!“

Das wird sogar Herr Strohm zum Styler – man reiche mir mein Surfbrett.

Gummi nebst Dornschließe schmiegen die Uhr fast zärtlich um den (linken) Arm und die ebenfalls links angebrachte Drückerkolonne lässt dem Handgelenk alle benötigten Freiheiten. Die Repetition der Ortsangabe „links“ lässt Sie ahnen, dass der Chronofighter für den „rechten“ Gebrauch völlig ungeeignet, da handgelenkszertrümmernd ist. Er trägt sich richtig gut, der Fighter. Die Leuchtmasse meines 10 Jahre alten Exemplars erstrahlt immer noch in hellem Grün. Und das Kaliber G1732, ein 7750, das speziell für Graham von La Joux-Perret Manufacture modifiziert wurde, verrichtet exakt und ohne Murren seinen Dienst – voll aufgezogen ganze 42 Stunden.

Fazit: Eine Uhr, die mich überrascht hat. Der perfekte Begleiter für Links/Links-Träger. Trotz paneraiesken Ausmaßen trägt sie sich hervorragend – auch am nicht riesenwüchsigen Arm. Ein extrovertiertes Erscheinungsbild und die eigenwillige, aber sinnhafte und intuitive, Bedienung machen sie zu einem ausgefallenen Accessoire für Styler und Individualisten.

Der Spaß beginnt bei ca. 3.000,- Euro für eine leidlich gebrauchte Uhr. Für einen Tausi mehr kann man sich auf ein einfaches, neues Modell freuen.

Für mich war diese Uhr ein gelungener Einstieg in die Welt von Graham, die als unabhängige Uhrenschmiede stolz die Jahreszahl 1695 vor sich herträgt, wenn auch nur als Reminiszenz an den Namensgeber

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„Wer hat’s erfunden?“ oder: Eine Uhr aus Raketenschrott

Ich habe es bereits angekündigt: ich erzähle Ihnen noch mal ausführlich das einzig interessante Erlebnis auf der diesjährigen Baselworld. Den Rest habe ich bereits im vorherigen Blogpost niedergeschrieben.

Also zurück in die Halle 1.2, dem Standort (verstecktes Messe-Wortspiel) von „Les Ateliers“, oder wie ich sage: Alles Interessante, was den Großen die Schau stehlen könnte. Hier wandelte ich also vor mich hin, an einer Uhrenvitrine haltend, als ein mir unbekannter Mann das Wort an mich richtete: „Diä Uhre sind mit Raketäschrott gmacht!“ schwitzerdütschte es mir entgegen. „Sojus-Raketenmaterial, von mir persönlich aus Kasachstan geholt.“

Ein auditiv eindeutig identifizierbarer Schweizer, der Raketenschrott aus Kasachstan importiert, um daraus Uhren zu bauen, wenn sein Projekt auf Kickstarter genügend Kohle einsammelt. Da muss man erst mal drauf kommen. Und vor allem: Das war vom horologischen Mainstream so weit weg wie sein Standplatz von Rolex und Konsorten.

Hohmann Werenbach2 Werenbach1

Patrick Hohmann, mein Gegenüber und gleichzeitig CEO und Founder der Werenbach AG war mir rein dreitagebarttechnisch schon mal sympathisch. Außerdem mag ich den Schweizer Dialekt und leicht irrsinnig erscheinende Ideen. Nach wenigen weiteren Sätzen waren wir per Du und in meinem Kopf spielte sich ein Kinofilm ab, wie der nette Helvete sich per Dolmetscher, Devisen und jeder Menge Wodka eine Rest-Sojus angeeignet hat, um daraus Uhren und Zifferblätter zu basteln. Den Blick des Kasachen hätte ich gerne gesehn.

Und noch eine Gemeinsamkeit stellten wir fest: Was machen Uhrenbesessene, wenn die Passion manische Formen annimmt? Sie schreiben ein Buch darüber. Ich ein Fachbuch, er einen Roman zur Uhr. (Ka)Sachen gibt’s. Schnell die Bücher getauscht und dann war auch schon fast Ladenschluss auf der Messe. Er rief mir noch den 31.März zu, den Tag, an dem sein Projekt auf Kickstarter, der Online-Geldsammel-Plattform loslegt. Was der Friedensbewegung ihr „Schwerter zu Pflugscharen“, ist dem Schweizer sein „Raketen zu Uhren“.

Ich wünschte ihm Glück, das er allerdings ab der ersten Minute bei Kickstarter nicht brauchte. Das Finanzierungsziel von 40.000 CHF war bereits nach einer Stunde erreicht. Momentan kratzt das Projekt an der 220.000er Grenze. Wäre ich ein Freund des platten Wortwitzes würde ich fast sagen: „Das Ding geht ab wie eine Rakete“. Doch der Intellektuelle in mir sagt nur: „Was für ein geiler Scheiß!“

Wer ein wirklich innovatives Projekt unterstützen will hat noch bis Ende Mai Zeit. Zu finden HIER bei Kickstarter und natürlich auf der Homepage bei Werenbach.

Wie mir Patrick versicherte, ist das nur der erste Schritt von vielen, die der studierte Betriebswirt plant, Uhr und Brand im Markt zu platzieren.

In einer Zeit, in der viele Marken ihre Ideen nur aus den verstaubten Archiven (eigenen oder fremden!) holen, fährt ein Schweizer nach Kasachstan und sammelt Raketenschrott für seine eigenen Uhren. Jetzt dürfen Sie mal raten, was ich spannender finde.Mit dieser Ankündigung dürfte ich wohl der Erste im Netz sein. Mit „Baselworld 2017 – ein Rückblick“ wäre ich mit Garantie der Letzte, der etwas über die weltgrößte Schmuck- und Uhrenmesse schreibt. Es sind rund zwei Wochen vergangen, seit das letzte Champagnerglas geleert und der erste Schwächeanfall des Standpersonals nach Schließung überwunden ist.

Basel und die Uhrenwelt hat wieder fast ein Jahr Ruh. Vor überdrehten Sales-Managern, überforderten Konzessionären und unterbezahlten Schönheitsköniginnen aka Messehostessen (beiderlei Geschlechts). Ganz ehrlich – ich wollte nix schreiben, doch täglich werde ich gefragt, warum ich nicht da war, wo denn die Bilder blieben und was ich von der neuen VanTickern Chronophob Sport halte.

Ein Pixel-Gewitter aus Hemdsärmeln und Zeitmessern.

Jede, ausnahmslos jede Uhr wird auf der Messe befingert, umgelegt und mit dem Smartphone abgeschossen – selbst die der netten Toilettenfrau in Halle 2.2. (ICEWatch in weiß). Ab der ersten Sekunde der Messe fluteten Watch-Selfies die Datenbanken von Instagram, Twitter und Facebook. Wer (wie ich) mit den Marken, den Medien und vielen Bloggern vernetzt ist, der erlebte ein fast einwöchiges Pixel-Gewitter aus immer wiederkehrenden Hemdsärmeln mit wechselnden Zeitmessern. Sich endlos wiederholende Wristshots angeblicher Weltneuheiten und Megatrends, bahnbrechender Innovationen und branchenrettender Komplikationen.

Doch wie läuft der Tag für einen bekannten Journalisten und Blogger auf der Baselworld eigentlich ab? Ich weiß es nicht, ich kann Ihnen aber sagen, wie seit Jahren MEIN Baseltag ausschaut. Ich nehm Sie mal mit.

Von meinem saarländischen Heimatdorf aus sind es ziemlich genau drei (wie sich herausstellte theoretische) Stunden bis zur Messe. Akkreditierung und Presseparkplatz werden im Vorfeld online gebucht. Meine Fahrt führt ausschließlich durch Frankreich (jetzt fragen sich 90% meiner Leser, wo denn dieses verdammte Saarland liegt), da kam es mir sehr entgegen, dass der P+R-Presseparkplatz am Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg liegt. In Frankreich also. Für mich als Journalisten kostenlos – für Otto Normalverbraucher kommt für Eintrittskarte und Parken schon mal ein Hunderter zusammen.

Einmal Kreisel – 38,50 €

Die sonst fällige Schweiz-Vignette (38,50€) wäre also hinfällig, wenn nicht die einzige Möglichkeit diesen (französischen) Parkplatz zu erreichen die wäre, an ihm vorbeizufahren, in Basel die Grenze zu passieren, direkt im ersten Kreisel umzukehren und wieder nach Frankreich einzureisen, um zum Flughafen zu gelangen – und sich beim Grenzübertritt eine Vignette zu kaufen.

Nun gut. Parkplatz gefunden, Shuttlebus genommen und die Messe geentert. Presse-Umhänger abgeholt und rein ins Getümmel. Und was soll ich sagen: Erstaunlich viel Platz in den Hallen. Mein erster Eindruck wurde nach Messeende bestätigt. Im zweiten Jahr in Folge sind die Besucherzahlen um fast 5% rückläufig. Auch die Auffälligkeit, dass es weniger Aussteller sind, wurde im Nachhinein mit Zahlen belegt.

Nun muss ich für den potenziellen privaten Visiteur Folgendes sagen: Ein Besuch alle paar Jahre genügt voll und ganz. Die Großzahl der Messestände bleiben unverändert, auch die Tatsache, dass Sie nie das Innere eines Standes sehen werden – und zu den Neuheiten komme ich noch…

Der interessierte Leser kennt die Bilder der Ausstellungs-Paläste: drei- bis vierstöckige Prunkbauten auf Zeit, die Besprechungskabinen, Lounges, Bars und Gourmet-Restaurants umschließen. Hier werden Konzessionäre überredet oder geknebelt – je nach Größe des Uhrenherstellers. Geladene Gäste empfangen, Markenbotschafter aus Film, Fernsehen und Sport herumgereicht und Goody Bags an die Presse verteilt. Empfangen wird der Besuch aus aller Welt von ausgesuchten Beautyqueens (ebenfalls aus aller Welt). Bewacht werden die Schönheiten (Uhren und Hostessen) von durchweg schwarz gekleideten und sehr einsilbigen Zeimalzweimetern aus dem Sicherheitsgewerbe.

Halle 1.0 – Das Epizentrum der Haute Horologie

Die Uhren der Luxus-Hersteller werden auf dem Messestand jeweils zweifach präsentiert: In innen liegenden Vitrinen (VIP) und nach außen liegenden Schaufenstern (VOLK). Auf wohl keiner Besuchermesse wird die Zweiklassengesellschaft so zelebriert wie hier in Basel. Je weiter sich der Besucher vom horologischen Epizentrum der Macht (Halle 1.0) entfernt, desto offener (im wahrsten Sinne des Wortes) werden Aussteller und Stände. Da kann man schon mal mutig sein und einfach den Stand des Lieblings-Urologen entern, da aufgrund der horrenden Standgebühren oft das Geld für die Herren Dukommshiernitrain fehlt. Oder – wie bei den wenigen deutschen Herstellern – im Sinne der Kundennähe darauf verzichtet wird.

Aber wieder zurück zu meinem Tagesablauf. Ein halbes Dutzend Termine stehen an. Hersteller, die mich eingeladen haben, sie „in Basel“ zu besuchen, netzwerken, persönliches Kennenlernen und mal „über Kooperationen reden“.

Der Ablauf ist meist gleich: Begrüßung, Smalltalk („das mit dem P+R am Flughafen ist ja eine Katastrophe“) und gleich kommt man zur Sache: die neue Kollektion. Ein professionell repetiertes Faktenfeuerwerk über Innovationen, einzigartige Ideen und Überlegenheit gegenüber den Mitbewerbern.

Auf 30 Minuten angesetzt und vorgetragen von externen PR-Fachleuten, die von den Herstellern für die Pressearbeit angeheuert wurden. So kommt es schon einmal vor, dass man innerhalb von zwei Stunden bei drei verschiedenen Marken sitzt, das nette Gegenüber/in aber immer Mitarbeiter/in derselben PR-Agentur ist. Tiefgreifendes uhrmacherisches Wissen? Identifikation mit Marke und Modell? Ich bezeichne es lieber als nett und sehr bemüht.

„Wir sollten mal kooperieren“.

Herstellern und PR-Arbeitern möchte ich keinen Vorwurf machen, denn Basel heißt Verkaufen. Und Kooperationen mit meinem doch „so außergewöhnlichen und wirklich lesenswerten Blog“? Gemeint damit ist das kostenlose oder entgeltliche Veröffentlichen von Bildern und Presseberichten, die mal schon mal auf dem (echt geilen) USB-Stick zusammengestellt hat. Ich dürfe jetzt auch gerne mal die Uhren anlegen und iphonen, kein Problem, wenn ich sie direkt auf Instagram oder Twitter hochlade. Aha.

Der freundliche Hinweis, dass ich so nicht arbeite verkürzt das Gespräch meist um ein paar Minuten. Mein Vorschlag, eine von mir ausgesuchte Uhr zu testen, kostenlos, aber ohne Textabstimmung wird meist mit einem „Da muss ich mal nachfragen“ in Kombination mit dem bekannten „Im Leben nicht“-Lächeln kommentiert.

Ich möchte nicht ungerecht sein, die ein oder andere Marke wollte sich direkt nach der Messe für eine solche Test-Aktion mit mir in Verbindung setzen. Vielleicht kommt ja noch was, es sind ja erst zwei Wochen vergangen…

Natürlich gibt es auch noch die andere Art der PR-Arbeit, die für die bekannten Vertreter der großen Medien: TV, internationale Uhrenmagazine und die reichweitenstarken Blogger. Die dürfen allabendlich von Markenevents und VIP-Lounges, von Private-Dinnern mit Sterneköchen und Probefahrten in Luxuskarossen berichten. Inklusive Dankeschön-Tweet und #bestwatchbrand-Post. Ich bin seit Tagen am überlegen, ob ich da neidisch drauf bin…

Was gibt es sonst Neues zu entdecken? Sind wir ehrlich: Nix. Nix was nicht schon Tage zuvor auf den Homepages der Hersteller mit Stolz und Getöse angekündigt wurde. Nix was nicht dutzendfach als Sau durch alle Gassen der Foren getrieben wurde. Nix was mich nicht mehrfach per Newsletter zugespamt hat. Endlich die Keramiklünette auch für das Weißgold-Modell, die Bicolor-Variante in 39,5 statt der riesigen 40mm und die sehnsüchtig erwartete, genderkonforme Pink Side of the Moon.

Hallenecken und Raketenuhren

Dieses „nix“ bezieht sich allerdings nur auf die erste der beiden vorhin schon genannten Welten. Die zweite beginnt für mich genau zwei Ebenen über Rolex, Breitling, Patek und Co. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Im zweiten OG. der Halle 1, ganz hinten im Eck befindet sich „Les Ateliers“, eine Ausstellungsfläche, die im ersten Moment anmutet wie „dahinten wäre noch ein Tisch und ein Stuhl frei“.

Jeweils wenige Quadratmeter ohne Pomp und Bling, dafür aber mit viel Esprit, Charme und wirklichen Innovationen. Hier stolpert man (ernst gemeint) auch über solch tolle Hersteller wie Lehman, Schaumburg Watch, Graham oder MB&F.

Und über einen Schweizer namens Patrick Hohmann, der mir mit glänzenden Augen sein Projekt „Uhren aus russischen Weltraum-Raketen“ vorstellte. Und so habe ich kurz vor Feierabend noch mein persönliches Highlight der Baselworld kennengelernt. Doch zu ihm und seiner verrückten Idee komme ich in ein paar Tagen in einem anderen Blogbeitrag.

Und dann ist auch schon 19:00 Uhr und die Messe schließt so langsam ihre Pforten. Ich bin hungrig von einem 12 CHF Käse-Baguette (ohne Getränk) und müde von Dutzenden asiatischer Hersteller, die Daniel Wellington Clone anpreisen, Submariner-Hommagen feilbieten und Karaoke-Smartwatches verscherbeln. Ich habe kein einziges Selfie gemacht, keine Einladung zur Aftershow-Party bekommen und hatte keinen Termin bei Jean-Claude. Es war also ein durchaus normaler Tag in Basel. Und hier noch der Ausblick für 2018: Es dürfte sich bis dahin wohl nichts ändern.

Nur das mit der Vignette, das ärgert mich noch immer.

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Hublot – die Marke mit den tollsten Anhängern!

und genau einen Solchen können Sie gewinnen! Was Sie dafür tuen müssen: Seien Sie folgsam.

Diesen kleinen Uhrenblog gibt es jetzt seit genau 1.000 Tagen (wehe, einer zählt nach – hört sich einfach besser an als „seit 2,5 Jahren“). Also wird es Zeit, dass ich die Nachfolge regele. Keine Sorge, ich erfreue mich bester Gesundheit und habe noch vor, den ein oder anderen staubtrockenen Artikel zu schreiben. Es geht um „das mir Nachfolgen“ oder wie die Beauty-Youtuberin in mir sagen würde: Um mehr Follower.

Viele meiner treuen Leser sind Ü40, eher Raider als Twix und lieber Dugena als Daniel Wellington. Und immer wieder werde ich gebeten, sie über einen neuen Artikel an dieser digitalen Stelle zu benachrichtigen. Da sag ich nur: das macht der Computer doch automatisch. Vorausgesetzt, Sie followern meinem Blog. Wie? Link(s) unten in der Ecke können Sie per Klick die Verfolgung aufnehmen. Kost nix, tut nicht weh und benachrichtigt per Mail, wenn es bei Herrn Strohm mal wieder was Uhrsächliches gibt. Und ich kann endlich mit einer sechsstelligen Anzahl an Verfolgern angeben.

Für Umme sollen Sie es natürlich nicht tun. An dieser Stelle kommt mein Lockstoff ins Spiel. So werde ich unter allen „Neufolgern“ (ab- und wieder anmelden gildet nicht und führt zum Rausschmiss aus unserer Bande) einen wunderschönen Schlüsselanhänger aus dem Hause Hublot verlosen. Edelstahl und Kautschuk in gewohnter Hublot-Qualität. Vielleicht hat den Jean-Claude Biver schon persönlich im Buxensack mit sich und seinen Uhren herumgetragen – wer weiß?

Kurzfassung: Bis 30.April 2017 Follower dieses Blogs werden und die Chance auf einen Hublot Schlüsselanhänger sichern.

Ergänzung: Wer bereits Follower ist, kann einen tollen „El Primero“ Anhänger von Zenith gewinnen. Mehr dazu unten in meinem Kommentar.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, ich selbst darf nicht teilnehmen und das Gewinnen und dann wieder abmelden führt zu einem unangenehmen Besuch von mir (oder Jean-Claude Biver), inkl. Verpetzen auf diesem Blog.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.Möchten Sie auch einmal bis zu 4.100 Euro beim Kauf einer Stahl-Daytona sparen? Dann sollten Sie…keine Ahnung was tun, aber mit Sicherheit nicht auf jede Osterreklame reinfallen.

Die Betreffzeile der heutigen Mail von watchmaster.com

Ostern, das heißt für viel Uhrenliebhaber: Vier Tage frei im Kreis der Familie (Verzweiflungs-Freu-Smiley). Da greift das horophile Familienoberhaupt gerne mal zu Ausreden wie: “Schatz, ich muss da noch ein Invest online recherchieren…“ oder „Mein Gott, ich hab’ die Geschäftsmails noch nicht gecheckt!“ um dem Feiertagswahn für ein paar Minuten zu entfliehen. Und rennt blindlings in den nächsten Irrsinn. Denn was findet er in seinem Postfach? Vielleicht das Gleiche wie ich heute Morgen: Eine Mail, die mir die Glückseligkeit schlechthin und den Schnapp des Jahrhunderts prophezeit:

Gleichzeitig die Mail öffnen und in Gedanken den Preis der genannten Daytona durchrechnen war eins. Sie und ich, wir können doch wohl die Preislisten des Rolex Top-Modells seit dem 18.Jahrhundert im Schlaf repetieren. Preis/Wertsteigerungen und Chrono24-Angebote inklusive. Deshalb wissen wir, dass es selbst bei einem neueren Modell, sagen wir 2015/16 in gutem Zustand und Fullset Mord und Totschlag im Online-Warenkorb geben wird. Bei DER Ersparnis darf’s auch mal für 500 Gramm mehr sein.

Dieses Angebot verbirgt sich hinter dem Link innerhalb der Werbemail. Man beachte die Details…

Während die Ersten den eigene Kontokorrentkredit checken, sind die Zweiten bereits beim dritten Blick auf das eigentliche Angebot – und leicht verwundert. Es öffnet sich eine Angebotsseite, die wie versprochen eine Daytona 116520 feilbietet.

Eine aus 2006 für 11.900,- Euro. Der interessierte Leser weiß nun, dass dieser Preis für ein solches Modell von einem Schnäppchen so weit entfernt ist wie Jean-Claude Biver von einer Stelle als CEO bei der Splendor S.A. Doch noch mehr verwirrt die dahinterstehende Preisersparnis von 4.330,- Euro. War in der Mail nicht von „bis zu 4.100€“ die Rede? Und jetzt noch mehr? Und gegenüber welchem Preis spare ich das?

Erleuchtung bringt der Blick auf die Gesamttabelle, in der die Daytona aus 2016 mit 16.230 Euro veranschlagt ist. Warum auch immer. Das Substrat von 2016 minus 2006 wären dann (laut dem großen Mathematiker David Copperfield) genau 4.330,- Euro.

Tränen der Freude füllen mein Auge, denn laut dieser Logik spare ich gegenüber einer vollgoldenen Daytona sogar über 20.000,- Euro und gegenüber einem US-Flugzeugträger sogar ein paar Hundert Millionen. Wie sprach der weise Herr Klawudke vom Obst- und Gartenbauverein: „Wer Äpfel mit die Birnen vergleicht hat ein lecker Obstsalat“.

Ein vergleichbares Angebot bei chrono24.de

Aber kommen wir zu den reinen Zahlen zurück, denn irgendwie müssen die Verkäufer von watchmaster.com doch auf die Ersparnis kommen. Verdammt – habe ich einen Fehler gemacht? Also von vorne:

Eine Daytona 116520 hat 2006 7.200,- Euro gekostet. Das kann es also nicht sein, denn würde ich davon noch bis zu 4.1k sparen, dann müsste ich nur 3 bis 3.5k zahlen. DAS wäre ein Schnapper! Heute wird ein Modell dieses Alters bei chrono24 mit 10 bis 11k gehandelt, wobei ich nicht verschweigen möchte, dass auch in Einzelfällen bis zu 12,5k aufgerufen (nicht bezahlt) werden. Das kann es also auch nicht sein. Setzt watchmaster.com einfach Phantasiezahlen als Streichpreis ein, um unwissende Daytona-Fans die überteuerten Preise schmackhaft zu machen?

Das gab’s doch was Gesetzliches zum Thema Streichpreise – was war das noch? Ja, und zwar dass Streichpreise keine Mondpreise sein dürfen, bei denen die Mehrzahl der Betrachter glaubt, dies sei der reguläre Preis des Produktes, oder dass dieser Preis der bisherige Verkaufspreis innerhalb des Shops gewesen sei.

Wurde also jemals eine 2006er 116520 für über 16k bei diesem Händler angeboten? Vielleicht als Aprilscherz in suizidaler Absicht, bestimmt nicht als ernstgemeinte Offerte.

Noch einmal kurz zum aktuellen Daytona-Hype. Der heißeste Scheiß momentan ist die 116500LN, die Listenpreis (!!) 11.300,- kostet, aber ab dem ersten Moment vom zweiten Markt für 15-18k angeboten wurde. Neu, verklebt und direkt lieferbar. Genau die wird im genannten Shop auch angeboten, für 17.250,- Euro.

Wenn das der Markt und die Kunden hergeben, sei’s drum, denn jeder darf einen Verkaufspreis für seine Ware frei bestimmen. Auch ich habe schon über Listenpreis gekauft und verkauft – wenn ich mir dessen bewusst bin und der LP bekannt ist – dann ist alles gut.

Wer aber seinen potentiellen und nur mit Halbwissen gesegneten Kunden einen illusorischen, angeblichen Preisnachlass von „bis zu 4.100,- Euro“ per Mailbetreff suggerieren möchte (was selbst rechnerisch laut Liste nicht möglich ist), der bewegt sich an der Grenze dessen … was ich Ihrem Urteil überlassen möchte.

Da fällt in der Beschreibung das „Wie am ersten Tag“ schon nicht mehr ins Gewicht, das direkt neben „Gehäuse aufbereitet“ steht. Was für ein Service, bereits am ersten Tag wurde das Gehäuse aufgearbeitet. Magic! Oder dass bei allen angebotenen Daytonas von 2006 bis 2016 dieselben Fotos hinterlegt sind. Doppel-Magic!! Müsste dann nicht „Abbildung ähnlich“ oder „Serviervorschlag“ danebenstehen? Dünnes Eis.

Mir bleibt eine Bitte für die Feiertage: Auch wenn wir Männer beim Thema Uhren manchmal mit unseren Ostereiern denken, tut ein wenig Recherche immer gut. Wissen macht nie dümmer, sondern weniger Aua. In diesem Sinne:

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Ulrich Kriescher: „Wer sich nicht auf die Zukunft einstellt wird überrollt.“

Für meine Reihe „Die Uhrenbeweger“ habe ich Ulrich Kriescher interviewt, Uhrmachermeister und Protagonist der ZDF-Reihe „kaputt und zugenäht“. Kriescher repariert und verkauft in der dritten Generation Uhren, bloggt erfolgreich über Revi und Restauration von Rolex und Co. und rettet so ein fast aussterbendes Handwerk in die Zukunft. Zu den Kunden von Uhrmachermeister Kriescher zählen Museen, Adelshäuser und bekannte Uhrensammler genau so wie Kunden, die nur eine Kleinigkeit an Ihrem Zeitmesser reparieren lassen möchten.

Uli Kriescher, Uhrmachermeister, Blogger, Gutachter

Zur Person

Name: Ulrich Kriescher

Unternehmen: Uhrmachermeister Kriescher GbR

Position: Teilhaber / Werkstattleiter

Im Unternehmen seit: 1989

Beruflicher Werdegang

Aus meiner Familie sind aus drei Generationen sechs Uhrmachermeister entsprungen. Dem entsprechend kam für mich nichts anderes in Frage.

Ausbildung zum Uhrmacher und Augenoptiker

Uhrmachermeisterschule mit dem Abschluss Uhrmachermeister

BWL Studium

Ausbildung zum öffentlich bestellten & vereidigten Sachverständigen im Uhrmacherhandwerk

Ein paar Eckdaten zum Unternehmen

Standort: Würselen bei Aachen (seit ein paar Wochen weltbekannt durch den Bundeskanzlerkanditaten Martin Schulz).

Gründung: 1929 durch Uhrmachermeister Peter Kriescher.

Schwerpunkt: Verkauf von mechanischen Uhren, Reparatur / Revision von mechanische Uhren insbesondere Vintage-Rolex

Zukünftige Ausrichtung: Aufbau eines größeren Servicecenters für mechanische Uhren.

Und nun zu den Fragen

Was begeistert Sie an Uhren: Das Innere oder das Äußere?

Als Uhrmacher sind für mich die „inneren Werte“ ausschlaggebend. Das Design der Uhr ist für mich zweitrangig.

Grande Complication oder geniale Schlichtheit?

Geniale Schlichtheit und Präzision. Jede Komplikation macht das System träge und die Präzision leidet darunter.

Ihre erste wirklich „wertige“ Uhr war eine…?

Wenn man aus einer Uhrmacherfamilie stammt kann man diese Frage nicht beantworten, da ist man von wertigen Uhren von Geburt an umgeben.

Wie viele verschiedene Uhren tragen Sie regelmäßig?

Vier Stück

DK100 Damaskus

Alexander Shorokhoff Regulator

Mido Baroncelli mit dem 80 Stunden Uhrwerk

Zeno Basel Regulator

Ihr absoluter Favorit?

Damasko DK100 (Manufakturuhr mit überragenden Gangwerten und super Preis-/Leistungsverhältnis).

Sie wählen Ihre Uhr…

…der Kleidung entsprechend.

Fünf Klassiker, die ein Uhrenverrückter in der Schublade haben sollte.

Damasko DK 100

Vintage Omega (die mit den schönen rotvergoldeten Uhrwerken)

Rolex Submariner

Eine schöne alte Taschenuhr

Eine Präzionspendeluhr von Erwin Sattler (passt nicht in die Schublade, aber als Zeitnormal schon fast unersetzbar)

Die Rolex Submariner – für Uli Kriescher einer der Klassiker schlechthin.

Besitzen Sie eine „billige Urlaubsuhr“? Wenn ja, welche?

Eine ZENO Basel Airplane Diver begleitet mich in jeden Urlaub (ist mit 650.- Euro allerdings nicht ganz billig)

Welche Ihrer privaten Uhren würden Sie im Falle eines Verlustes am meisten vermissen?

Keine.

Sie tragen Ihre Uhr am liebsten am:

Lederband.

Bei welchen Gelegenheiten verzichten Sie auf eine Uhr am Handgelenk?

Bei allen Aktivitäten die mit Wasser zu tun haben. Als Sachverständiger ist man da vorbelastet!!!!!!!

Schönes Spielzeug, das mich nicht anmacht!

Mechanische Uhren werden jeden Technik-Trend überleben, weil:

Weil sie seit über 40 Jahren überflüssig sind, aber jeder Mann eine trägt.

Ein Familienmitglied wünscht sich von Ihnen eine neue Uhr. Und zwar einen sehr preiswerten Mode-Quarzer. Wie reagieren Sie

Kein Problem. Mein Sohn hat eine zur Kinderkommunion bekommen.

Wenn Sie ein nicht uhrenaffiner Freund fragt, wie viel er denn für eine „vernünftige“ Uhr mindestens ausgeben muss, welche Summe nennen Sie?

Zurzeit mind. 500.- Euro, obwohl es auch teilweise darunter gute mech. Uhren gibt (z.B. Seiko).

Benchmarken Sie bitte folgende Preisregionen für Uhren mit ihrer Obergrenze:

Wenn man bedenkt, dass die deutsche Durchschnittsuhr 75.- Euro kostet, ist jede Uhr die 100.- Euro kostet eigentlich schon eine Luxusuhr!

Uhrmachermeister – ein aussterbender Beruf oder wieder schwer im Kommen?

Leider ein aussterbender Beruf. Ich bin mit Mitte 40 ein „Jungspund“ in unserem Handwerk. Da kann man sich vorstellen, wie die Altersstruktur aussieht. Das ist auch einer der Gründe, wieso ich ausbilde und für Nachwuchs in unserem Handwerk sorge!

Uhrmacher und –händler – geht das eine nur mit dem anderen (und umgekehrt)?

Gute Frage. Mein Vater wurde 1980 von Kollegen ausgelacht, dass er noch eine Uhrmacherwerkstatt betreibt und sich nicht ganz und gar auf den Handel konzentriert. Heute schauen viele Kollegen etwas neidisch auf mich, weil ich eine Uhrmacherwerkstatt betreibe und zusätzlich den Handel. In einem kleinen Ort wie Würselen geht das eine nicht ohne das andere, wenn man Erfolg haben möchte!

Für eine umfassende Revision muss ich mit welchen Ausgaben rechnen?

Ab 120.- Euro

Man hat das Gefühl, dass Marken wie Omega oder Rolex die Reparaturen und Revisionen von den Fachbetrieben abziehen und in die Stammwerke zurückverlagern wollen. Sinnvolles Spezialistentum oder Geldmacherei auf Kosten des Kunden?

Klare Aussage „Geldmacherei“. Wir haben über 80 Jahre Uhren von Omega repariert. Heute unterstellt man mir, dass ich das nicht kann. D.h. wenn ich nicht die Ersatzteile über Dritte erhalten würde, müsste ich alle Uhren zum Werk einsenden, und die Kunden würden bis zu 300% mehr für die Reparatur bezahlen.

Ist der Online-Uhrenhandel wirklich der Tod des klassischen Konzessionärs in der Fußgängerzone?

Ja, das merkt man ganz gut !

Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung des Uhrenhandels in den nächsten 5 Jahren?

Ich habe letztlich einen schönen Spruch gehört: „Handel heißt Wandel“. Dem kann ich zu 100% zustimmen. Wenn man sich nicht auf die Zukunft einstellt wird man überrollt!

Welches wäre der größte Fehler, den man als Händler machen kann?

Der Vergangenheit nach zu trauern!

Traditionshandwerk meets Social Network. Ist Offline-Business ohne Online-Präsenz noch machbar?

Ja, das sehe ich als Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Aachen jeden Tag. Es gibt viele Handwerker, die erfolgreich sind, die noch nicht mal eine Homepage haben. Für mich kann ich sagen, dass sich meine Onlinepräsenz ausgezahlt hat.

Wie kommt man von Würselen ins ZDF?

In dem man ein Telefonat erhält und erstmal denkt das ist „Verstehen Sie Spass“ am anderen Ende der Leitung. Was soll man auch davon halten, wenn man ohne Vorwarnung ein Angebot für eine Sendung im ZDF erhält? Als ich zu einem späteren Zeitpunkt bei dem Producer der Sendung nachgefragt habe, wie man auf mich gekommen ist, bekam ich als Antwort: „Natürlich durch Deinen Blog“.

Wenn nicht Uhrmachermeister, dnn wären Sie jetzt:

Für mich gab und gibt es keine weitere Option!

Welches berufliche Ziel möchten Sie unbedingt noch erreichen?

Noch viele Jahre lang schöne Uhren wieder zum Leben erwecken !

Und welches private?

Keine. Wenn es so bleibt, wie es ist, bin ich zufrieden.

Welche nicht tickende Passion begeistert Sie?

Ich bin passionierter Schwimmer, Apnoetaucher und Zauberer.

Noch irgendwelche berühmten letzten Worte?

Zeit muss gepflegt werden !

Herzlichen Dank.

*In der Reihe „Die Uhrenbeweger“ interviewe ich – meist per Fragebogen – Menschen, deren berufliches Leben eng mit dem Thema Uhr verbunden ist. Entscheider/innen aus der Uhren-Industrie und dem Uhren-Handel, Uhrmacher, Designer, Sammler und andere Verrückte.

Fragen und Antworten werden von mir unkommentiert veröffentlicht. Ich werde für keinerlei Leistungen im Rahmen der Veröffentlichung bezahlt, weder für die Abbildung von Produkten oder Marken, noch für die Verlinkung zu dem Unternehmen des Interview-Partners.

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Die Schöne und das Biest

Zwei Uhren zum Preis von einer. Was sich anhört wie der SALE bei KiK kann mit ein wenig Phantasie für jeden Uhrenbesitzer Wirklichkeit werden. Auf den ersten Blick und die ersten Worte könnte der geneigte Leser meinen, ich previewe die neuste Idee des von mir so geschätzten J.-C.Biver im Hause TAG Heuer: Die Connected Modular 45. Da kann ich mir Band, Hörner, Modul und und und zusammenstellen und habe dann eine Uhrencomputernetzwerksportmaschinenchronodingsbums.

So kommt sie ab Werk daher: Gekleidet in Soft-Alligator

Da dachte sich der Herr Strohm: Das geht doch einfacher. Schnappte sich eine TAG heuer Carrera Flyback und war von der Uhr begeistert. Alles so schön…schwarz und… clean und ein wenig PORSCHE-Design und schwarz halt. Aber schon geil. Man erwartet bei der Uhr, dass sich die schwarze Ray Ban und der noch schwärzere Rollkragenpulli noch irgendwo in der Uhrenbox verbergen. Tief unten, wo das Intellektuellen-Set verstaut wird.

Auch das schwarze „Soft-Touch-Alligartorlederband“ überzeugt durch Tragekomfort und weil es eben schwarz ist. Doch irgendwann wünscht man sich in/an diesem Beauty auch etwas mehr Beast. Die zur Bikerjacke passende Portion „quick & dirty“. Da mir jetzt so langsam die englischen Wörter ausgehen, komme ich zur Kernaussage des Beitrages: „Yes we can!“ und zwar change the Armband. Dazu nehme man ein bedrucktes und echt weiches, hellbraunes, aftermarkiges Lederband fürn Fuffi und wage den Wechsel.

Quick & dirty: Handgemacht aber noname-aftermarket

Nirgendwo in den AGB von Audemars bis Zenith steht geschrieben, dass es ein Band fürs Leben geben muss. Nur der Himmel und die Stegbreite sind die Grenze für Ihre Ideen und Experimentierfreude. Oftmals kommt so zusammen, was nicht zusammen gehört. Versuch macht kluch. Und das ist gut so (hab ich jetzt noch irgendeine Phrase vergessen?).

Was sich sagen will: Deutschland braucht mehr Wechsel-Wähler (da war ja noch eine…). Tackern Sie einfach mal Vintage-Leder an die DLC-Uhr. Wechseln Sie den edlen Stahl gegen gegerbtes Pferd oder Alligator gegen Rochen. Und Sie werden sehen: Zwei Uhren zum Preis von einer ist günstiger als Sie glauben.

Welche Kombi gefällt Ihnen am besten? Black Beauty oder printed Beast?

P.S. Die Carrera mit beiden Bändern zum Preis von einem kann man käuflich erwerben. Und zwar genau HIER.Die UNO+ Jubiläumsuhr von Klaus Botta: Was man in 30 Jahren so alles aus einem Zeiger machen kann.

Ein Tipp vorweg: Sollten Sie die Gelegenheit haben, Klaus Botta persönlich kennenzulernen, bringen Sie Zeit mit. Nicht in Form einer Uhr, davon gibt’s in seinem Design-Büro in Königstein genügend, sodass er sogar welche verkaufen muss.

Nehmen Sie sich Zeit, weil Sie schnell Selbige vergessen werden, wenn Sie mit Botta über Design und gute Formen generell und über Uhren und die notwendige Anzahl an Zeigern im Speziellen philosophieren.

Der studierte Physiker und Produktdesigner Botta gehört mit Mitte 50 zu der Designer-Generation der Weglasser und Redukteure. Klare Formensprache, Konzentration auf das Wesentliche, Verbannung von Chichi und Bling-Bling.

Als vor dreißig Jahren die Erste „UNO“ auf den Markt kam, wurden die Hitparaden von Modern Talking beherrscht, die Mattscheibe von Miami Vice und mein Kleiderschrank von Schulterpolstern und Muscle-Shirts (ohne Muscles). Teure Uhren waren mindestens bicolor, billige aus Plastik und deren Farbgebung so dezent wie Fliegerseide-Jogger.

Und was macht der Herr Botta? Das was man so tut, wenn man jung ist, viel Talent aber wenig Geld (Vermutung meinerseits) besitzt: Man lässt alles Unnötige weg. Dieser Idee fielen also Minuten- und Sekundenzeiger zum Opfer. So entstand die UNO, die erste Einzeigeruhr, die allerdings nicht den Namen des Erfinders auf dem Zifferblatt trug, sondern von einer Firma namens „Watchpeople“ adoptiert wurde und dort zum Bestseller heranwuchs. Deren Inhaber Manfred Brassler gründete später die Uhrenmarke…na, wer weiß es…richtig: Meistersinger, die am Trend des solitären Zeigers festhielten, im Produktdesign aber andere Wege ging. Seit 1999 hält Klaus Botta wieder die Nutzungsrechte an der UNO und vermarktet diese unter eigenem Label.

So, Schluss mit investigativem Journalismus, hin zur Jubi-UNO+, die ich gerade in Händen halte. Das Wichtigste vorweg: Auch im 31. Jahr ist ihr noch kein weiterer Zeiger gewachsen. Diese sind bei den Modellen DUO und TRES verbaut worden – und ich dachte immer, nur ICH wäre ein genialer Namensgeber. Dafür ist die UNO+ erwachsen geworden, im wahrsten Sinne des Wortes: 44mm mit minimaler Lünette sind am Arm schon einmal eine Ansage. Größe ist also eines der Dinge, die nicht weggelassen wurden.

Seit meinem ersten Zusammentreffen mit Klaus Botta, seinem kreativ-familiären Team und der UNO ist aber noch ein wenig was dazugekommen. Eine gute Portion Wertigkeit in der Anmutung und Haptik. Und nicht zu vergessen, die dadurch – meiner Meinung nach gerechtfertigte – Preiserhöhung des neu entwickelten Jubiläums-Modells. Für die Automatik-Version der ETA-angetriebenen UNO+ werden 1.490,- Euro online aufgerufen. Kostenlos dazu gibt’s eine (wenn noch vorhandene) Wunschseriennummer (auf dem Rotor) der auf 100 Stück limitierten Auflage.

Macht summa cum laude einen TpZI (Tausender pro Zeiger-Index) von 1,5. Zum Vergleich: Ein anderer Design-Klassiker, die NOMOS Tangente, kommt auf 0,88 und eine Speedmaster auf 0,71.

Was soll Ihnen dieser irrwitzige Vergleich zeigen? Nichts, außer dass ich mir den „TpZI“ patentieren lasse. Vergleichen wir also die UNO preislich mit einer von Herrn Brasslers Uhren. Die Serie 03 von Meistersinger, die ebenfalls von einem ETA 2824-2 bewegt wird, liegt bei 1.598,- an Leder, ist allerdings das preisliche Startsegment, wenn’s um Münsteraner Automatikuhren geht.

„Leder“ ist ein gutes Stichwort, denn was mir als Naturband-Freund besonders an der Botta gefällt ist das farblich perfekt angepasste Vintage-Band, das zu dem cleanen Gehäuse-Design einen wunderbaren Kontrast bildet und trotzdem passt wie A. auf E.

Auch beim Band zeigt sich des Designers Hang zur kompromisslosen Qualität, griff er doch bei der Auswahl ins Regal von „Kaufmann“ und nicht in den Wühltisch eines Billig-Asiaten. Mein Auge und mein Handgelenk danken es von ganzem Herzen. Alleine die Dornschließe hätte noch ein kleines Markenlogo aufgewertet. Wie ich Klaus Botta kenne, fängt er in diesem Moment bereits mit den Entwürfen dafür an.

Vor allem das Auge (oder beide) erfreut sich bereits vor dem „Unboxing“ der online geshoppten Uhr. Denn nicht nur seine Produkte haben Botta dutzendweise Design-Awards eingehandelt, auch die Homepage ist ein wunderbares Beispiel für durchdachte und funktionale Pixelanordnung.

Das Corporate Design der Website setzt sich in der Umverpackung fort und findet seinen Höhepunkt nach dem Öffnen des Paketes in der puristischen Uhrenbox, sanft gebettet auf schwarzen (!) Polsterlocken (oder wie das Zeugs heißt). Hach, so was liebe ich, ebenso das handsignierte Zertifikat. Vive le détail.

Zurück zur Uhr und den wenigen vorderseitig sichtbaren Bauteilen. Das Edelstahlgehäuse umschließt ein doppelseitig gewölbtes Saphierglas mit beidseitiger kratzfester Antireflexbeschichtung. Dieses nicht vorhanden scheinende Glas gibt den Blick frei auf „12 glanzgefräste Präzisionsappliken“ und das perlschwarze (wahlweise perlweiße) Zifferblatt. Da hat jemand ein nahezu philosophisches Verhältnis zu Form und Detail.

Das seitlich und rückwärtig abgeflachte Gehäuse lässt die Uhr bei einer Bauhöhe von 9,3mm sehr schlank erscheinen und erhöht den Tragekomfort. Form follows Function – mit einer kleinen, vielleicht zu kleinen Ausnahme: der Krone. Die lässt sich zwar aufgrund der Gehäuseform wunderbar ziehen, aber recht schwergängig drehen. Kleiner Umfang + schwerer Gang = Aua am Finger. Aber auch dafür wird es bestimmt eine Lösung geben.

Um ein technisches Detail drücken sich alle Einzeiger-Horologen geschickt herum: Um das visuell-messbare Gangverhalten. Denn ohne Sekunden- und Minutenzeiger läuft jede Uhr im hypothetischen Chronometerbereich. Doch das ist wohl das Letzte, was eine/n echte/n Einzeiger/in interessiert. Dabei verspricht Botta eine aufwendige Feinregulierung auf höchste Ganggenauigkeit.

Diese Uhr ist in allererster Linie ein Design-Objekt am Handgelenk. Kompromisslos in der Gestaltung wie kein anderes Modell auf dem Markt und technisch auf sehr hohem Klassen-Niveau. Dadurch läuft die UNO+ in keiner Sekunde Gefahr (wie auch, ohne entsprechenden Zeiger) in den „Design-Spielzeug“-Bereich abzudriften.

Eine solche Uhr ist wohl selten „die Einzige im Besitz“, wohl eher eine interessante Erweiterung der Sammlung eines Design-Liebhabers. Für genau die Momente, bei denen es nicht auf die Minute ankommt.

Und obwohl ich mit der Work-Live-Ballance Floskel der „Entschleunigung“ nix anfangen kann (heißt bei mir Faulheit), und auch bei nur einem Zeiger die Stunde rund 60 Minuten dauert – etwas Meditatives hat er schon, der Blick auf ein fast leeres Zifferblatt um genau…fast…ziemlich nach halb Uhr.

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Eine Moon-Watch aus dem Schaumburger Land

Wer Moonwatch sagt, der meint Omega Speedmaster – und liegt damit zu 99% richtig. Dabei ist gar kein Mond drauf, auf der klassischen Speedy. Aber es ist ja auch kein Hund im Hundekuchen…hoffentlich.

Der Mond, den ich heute zeige, der ist genau zwischen Bielefeld (ja, das gibt’s wirklich) und Hannover aufgegangen, im schönen Schaumburger Land. Fürs Navi: In Rintel aufm Kirchplatz. Und was für ein Mond: Das halbe Zifferblatt ist voll davon – und leuchten kann der auch. Wer also nachts seine Mondsucht ausleben möchte, der hat mit der „MooN Meteorit“ die Uhr fürs Leben gefunden.

De Prinz Jäger!

Seit dem Jahr 1998 basteln die Schaumburger Kleinstauflagen in Sachen Uhren. Und was da nachher ums Handgelenk gelegt wird, das kann wirklich begeistern. Weil es eben nicht Mainstream ist, weil da noch so richtig manufakturiert wird. Stückzahlen sind kein Maßstab, was zählt sind Qualität und Design. Und vielleicht noch ein wenig, dass ein waschechter Prinz zu Schaumburg-Lippe zum Gesellschafter-Kreis gehört.

Adel verpflichtet und macht neugierig. Und so musste endlich einmal eine Schaumburg Watch in meinen Besitz. Die Wahl fiel auf die hier gezeigte MooN mit deren nackten Zahlen ich Sie jetzt beeindrucken möchte:

Gehäuse: Stahl od. PVD gebürstet, Lünette poliert

Durchmesser: 43mm

Wasserdicht: 50 m / 165 feet

Saphirglas mit Antireflexbeschichtung

Zifferblatt: Meteoritengestein

Uhrwerk: SW-11, automatischer Aufzug

Finish: hochfein dekoriert

Funktion: ewiger Mond, Stunde, Minute, Datum

Band: Leder, Faltschließe

Etui: Holz

Der Mond ist aufgegangen

Wenn auch sonst nur als kleine Komplikation auf dem Zifferblatt sichtbar, so verdient der Erdtrabant bei dieser Uhr zu Recht den Namen „Vollmond“. Ziel war es, eine möglichst realistische Mondphasenanzeige mit möglichst exakter Funktionsweise in eine Armbanduhr zu integrieren. Die fotorealistische Darstellung der MooN ist mit 13,4 mm die wohl weltgrößte Mondphasenanzeige in einer Automatikuhr. Dabei bewegt sich nicht die Darstellung des Mondes selbst, sondern eine Erdschatten-Simulation. So bleibt der Mond wie in einer sternenklaren Nacht auch auf dem Ziffernblatt bei Neumond sichtbar. Bei Vollmond strahlt der kleine Mond auf der Uhr dank Superluminova Leuchtmasse.

Angeboten wird die rechts- oder linkslaufender Mondphase für die Nord- bzw. Südhalbkugel der Erde. Der Korrekturdrücker bei 8 Uhr ermöglicht eine exakte Drehung des Erdschattens über dem Mond, so dass der Vollmond beispielsweise genau auf 10:05 abends eingestellt werden kann.

Einschub unnützes Besserwissen: Während auf der Nordhalbkugel der „Mann im Mond“ sichtbar ist, so zeigt sich auf der Südhalbkugel der „Hase im Mond“. Klugscheißmodus Ende.

Das Meteoritenzifferblatt der MooN besteht aus Bruchstücken von Asteroiden und stammt aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Wie sie nach Schaumburg gelangten entzieht sich meiner Kenntnis.

Doch die Struktur und die dadurch produzierte Einmaligkeit fasziniert bei drei, genauso wie bei dreißig Zentimeter Abstand des Auges. Das Sternchen-Zeigerdatum und das völlig eigenständige Zeigerspiel trägt sein übriges zur Faszination der Uhr bei. Nix aus dem Baukasten der Massenzulieferer, sondern schön mal die eigenen Ideen aufs (Ziffer)Blatt gebracht. So liebe ich es. Für Puristen ist das bestimmt etwas zu viel „1001 Nacht“ – aber nur wer polarisiert findet echte Freunde.

Stellt sich die Frage nach genau diesem Freundeskreis für die besondere Moonwatch. Wer braucht eine solch überdimensionierte Mondphase? Kurzsichtige Wehrwölfe, Wildschweinjäger im dunklen Tann, terminbewusste Schlafwandler?

Die Antwort lautet: Niemand.

Aber welche Komplikation wird schon wirklich gebraucht? Diese Uhr sieht einfach gut aus, fasziniert durch das Blatt und die einmalige Technik. Punkt. Es wurden schon rund 5.000,- Euro für wesentlich weniger ausgegeben. Auch wenn, wie hier, ein modifiziertes ETA drinsteckt. Die MooN ist ein Eyecatcher, die konsequent wie keine andere Uhr das Thema Mondphase umsetzt. Zum Preis einer Speedmaster – aber in Kleinstauflage aus deutschen Landen. Und so was mögen wir Sammler doch – oder?

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Bicolor – Bunt für’s Leben.

Sind wir doch mal ehrlich: Bicolor liegt nicht im Trend! Auch wenn uns seit zwei Jahren die Nobelhersteller weiß machen wollen, dass die Kombination aus Stahl und goldigem (gelb oder rosé) Edelmetall wieder angesagt sei.

Bicolor ist nicht einmal eine Nische – zweifarbig ist eigentlich eine Geschmacksverirrung. In den Achtzigern trug jeder geöhnliche Generaldirektor seine multimetallurge Cartier Santos als Insignie der Macht zu Havanna und VSOP. Nach der Pensionierung und 40 Kilo Wohlstandsspeck später scheint das (nie erweiterte) Band tief in den linken Arm eingewachsen. So sind jedenfalls meine ersten Assoziationen zu den „bunten“ Uhren – wie ein Sammlerfreund zu sagen pflegt.

Rolex Submariner 16613. Mehr Bling-Bling ganz ohne Brillies geht nicht

Und da wäre noch das Kopfkino, in dem auf der Reeperbahn ansässige Kleinstunternehmer aus dem Besamungsgewerbe eine Rolle spielen, motivreiche „Uncle Sam“-Schnellficker-Hosen nebst tiefliegenden Luxuskarossen und -damen. Ich weiß, das ist mein ganz persönliches Trauma (außer den Autos) und spiegelt nicht die wahre Käuferschicht wider…oder doch?

Zweimal GMT mit Materialmix. Besonders begehrt die sogenannte „Tigerauge“ rechts

Auch in Basel wurden sie wieder einmal feilgeboten (die Uhren, nicht die Damen) und den umsatzschwachen Konzessionären mittels „Gesamtkollektion“ in die Schaufenster gezwungen. Da liegen sie nun, dem gleichen Schicksal entgegensehend, wie die brilliantenbesetzten Schwester-Modellen, denen die chinesische Kundschaft abhandengekommen ist.

Konnte ich die massivgoldene Rolex noch als Edelmetall-Depot verkaufen, wie steht’s dann um die Bicolor-Variante? Sparbuch halb und halb? Erschreckenderweise – oder auch nicht – liegen die Second-Wrist Preise der Edelstahlmodelle mindestens gleichauf mit denen der Gemischtmetall-Zwillinge. Und da Sie bei den Nobeluhren zum Großteil das Image und die Marke bezahlen, ist der reine Goldwert fast zu vernachlässigen.

Doch was spricht nun für den Kauf eines solchen Spalters? Masochismus? Exhibitionismus? Der verdrängte Wunsch nach einer lustvollen Luden-Laufbahn? Zumindest zwei der drei Gründe möchte ich persönlich von mir weisen. Aber auch ich greife mit schöner Regelmäßigkeit in die ach so kleine Nische und entreiße ihr ein mehrfarbiges Luxusmodell – meist aus dem Haus mit der Krone. Und dann sag ich mir „Edelstahl kann jeder!“ oder wie meine Frau in einem solchen Fall meint: „Geschmack ist Zufall!“.

Daytona 116523 – ein passendes Band kann die Spontanerblindung verhindern

Bicolor ist nur was für Männer mit einem wirklich gesunden Selbstvertrauen. Man muss es tragen und ertragen können. Und ein wenig will man ja auch die Blicke der mainstreamenden Sammlerkollegen bei den Uhrenstammtischen genießen, die meinem neuen Schmuckstück ein „What the f…!“ entgegenschleudern.

Neid muss man sich erarbeiten – Abscheu anscheinend auch. Andere Mütter haben auch hässliche Töchter und wir wissen es doch seit der zweiten Tanzstunde: Die sind dankbar!

Ich rufe also auf zu mehr Mut und mehr Selbstbewusstsein. Wenn einer so was tragen kann, dann doch wohl wir. Und für die unsicheren Zweifler am eigenen Bad-Taste hier noch ein kleines Hintertürchen: Wollen Sie sich nicht ständig für Ihren zweifelhaft-zweifarbigen Geschmack am Handgelenk rechtfertigen, rufen Sie beim nächsten Mal mit entsetzter Mine aus: „Was, die ist bicolor? Verdammte Gold-Silber-Blindheit!“Handgemachte und maßgefertigte Uhrenarmbänder sind für viel Liebhaber hochwertiger Zeitmesser ein großes Thema. Jede Online-Recherche diesbezüglich führt nach wenigen Klicks zu „Mays-Berlin“, die seit Jahren nicht nur anspruchsvolle Paneristi mit „custom made“ Vintagestraps versorgen. Ich selbst habe mehr als eine Uhr mit den Berliner Unikaten bekleidet. Grund genug, Mays und Anna, Gründer/in und kreative Köpfe der Manufaktur mit meinen Fragen ans Leder zu gehen. Im Interview reden wir über „echte“ Handarbeit, überteuerte „Originalbänder“ und was eine studierte Restauratorin mit Newman zu tun hat.

Nach dem Abitur habe ich 2006 in Deutschland und England Business Management mit dem Schwerpunkt Enterpreneurship studiert. Während meiner Abschlussarbeit habe ich mir meine erste wertige Uhr gekauft und konnte kein passendes Lederarmband finden, welches mir von der Qualität und der Haptik zugesagt hat. Meine Partnerin und Mitgründerin ist studierte Restauratorin und konnte mir meinen Wunsch nach einem individuellen und hochwertigem Lederarmband mit ihrem Know-How und ihrer handwerklichen Erfahrung erfüllen. Voller Stolz zeigte ich dieses Band in einem deutschen Uhrforum und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Ein paar Eckdaten zum Unternehme

Der Gedanke ein handwerkliches Unternehmen in Deutschland zu gründen und in kompletter Handarbeit in Deutschland zu produzieren stellte uns schon von Beginn an vor großen Herausforderungen. Wir wollten echte Handarbeit für den Uhrenliebhaber anbieten und dabei auf seine individuellen Wünsche eingehen können. Angesichts des hohen Kostendrucks in Deutschland ist eine solch zeitintensive Atelier- und Manufakturarbeit natürlich eine große betriebswirtschaftliche Herausforderung. Eine faire Preisgestaltung unserer Produkte ist für uns sehr wichtig und steht neben höchster Qualität und Individualität an oberster Stelle für uns.

Wir bieten in naher Zukunft allen Kunden die Möglichkeit uns in Berlin zu besuchen und sich unsere Produkte live anzuschauen. Bis zu diesem Jahr haben wir ausschließlich über unseren Onlineshop unsere Waren vertrieben. Wir möchten mit dem Schritt einen Showroom in Berlin zu haben unseren Kunden auch klar zeigen, dass wir wirklich in Handarbeit hier in Deutschland produzieren.

In Zukunft wird Mays-Berlin auch Taschen und weitere uhrenbezogene Waren, wie etwa Reiseetuis für Uhren, sowie spezielle Armbänder für bestimmte Uhrendesigns anbieten wie etwa spezielle Bänder für Fliegeruhren. Zusätzlich werden wir unsere Gürtel- und Schmuckkollektion vorantreiben und hoffen diese bereits zeitnah präsentieren zu können.

Und nun zu den Frage

Was begeistert Sie an Uhren: Das Innere oder das Äußere?

Eine mechanische Uhr hat für mich immer einen hohen Reiz, dabei faszinieren mich ebenso robuste, „einfache“ Werke wie etwa ein Unitas wie auch wirklich komplexe Erfindungen wie etwa der Tourbillion von Breguet. Die Idee dahinter macht für mich den Reiz aus. Dabei kann der Grundgedanke sehr unterschiedlich sein. Das Äußere der Uhr muss aber immer ebenfalls „passen“ – so haben wir sehr einfache und schlichte Zeitmesser in der Sammlung wie z.B. eine Omega Geneve aus den 60ern oder eine klassische Submariner, aber eben auch etwas „andere“ Zeitmesser wie etwa eine Breitling Superavenger.

Grande Complication oder geniale Schlichtheit?

Das kommt ganz auf die Uhr an. Bei einer Panerai gerne die schlichte 3-Zeiger Uhr, aber bei einer IWC, Lange oder Patek darf es auch gerne ein schöner ewiger Kalender sein.

Ihre erste wirklich „wertige“ Uhr war eine…?

Breitling Super Avenger mit schwarzem Blatt und Strichindexen.

Wie viele verschiedene Uhren tragen Sie regelmäßig?

Ich denke ich komme im Schnitt auf 5 Uhren, die ich im Wechsel trage. Meistens ersetze ich eine der Uhren monatelang durch eine andere und tausche so immer wieder die 5 Uhren aus.

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„Natürlich ist die NICHT echt – ich bin ja clever!“

Oder: Wenn man Fakes genau an den Handgelenken antrifft, an denen man sie am wenigsten vermutet.

Meine Einstellung zu gefälschten Uhren ist hinlänglich bekannt: Fälschungen herzustellen und damit zu handeln ist ein Straftatbestand, sie zu tragen ist zumindest Beschiss an sich selbst und anderen. Differenzierter betrachtet kann ich zwar den Anfang zwanzigjährigen verstehen, der aus dem Urlaub einen Blender mit nach Hause bringt, tolerieren möchte ich es nicht. Denn er tritt das geistige Eigentum der Originale (ungestraft) mit beflipflopten Füßen. Egal ob auf dem Nachbau eine Krone oder ein „LV“ prangt

Mich erschreckt die (momentan von mir gefühlte) Rudelbildung sogenannter „Besserverdiener“, die anscheinend ungeniert mit der zeitmessenden Raubkopie und der damit verbundenen finanziellen Ersparnis kokettieren. Zwei Beispiele der jüngsten Vergangenheit:

professionelle Verzerrung

Während eines Erstgespräches beim Männerarzt meines (damaligen) Vertrauens, frug er ob meines Berufes nach. Der Zusammenhang zwischen der bevorstehenden großen Hafenrundfahrt und meinem Broterwerb war mir zwar schleierhaft, trotzdem antwortete ich ausweichend: „Was mit Uhren“. Hätte ich es mal lieber nicht getan, denn ich hätte doch genau wissen müssen, welche Frage kommt: „Sie als Experte…na, welche Uhr trage ich?“

Es ist natürlich eine klassische „Déformation professionelle“ (umgangssprachlich für Berufskrankheit – in jedem Beitrag lernen wir ein Fremdwort!), die meinen Blick beim menschlichen Erstkontakt magisch aufs Handgelenk zieht. Ja, ich be-vor-urteile mein Gegenüber nach der Uhr, die er/sie trägt – ich kann nix dafür.

„Breitling Navitimer“ war meine Antwort, die dem Herrn Doktor ein so breites Siegerlächeln ins Gesicht zauberte, wie ich es nur noch einmal in dem Moment bei ihm sah, als er mich als Privatpatient erkannte. „Könnte man meinen, is es aber nicht! Natürlich ist die nicht echt – ich bin ja clever!“

Und schon hatte er mich entlarvt. Der feine Herr Strohm, dieser selbsternannte Experte, hatte nicht aus drei Metern Entfernung und einzig anhand der Krone, die unter dem Weißkittel-Ärmel hervorlugte erkannt, dass es sich um ein Fake handelt. Punkt an den Doc. „Und bezahlt habe ich auch nur 600 (!!) statt 6.000,- Euro. Wie gesagt – clever muss man sein.“ Punkt, Satz und Sieg.

Wo hatte der Proktologe seine Uhren verloren?

In der Sekunde ging mir die Frage durch den Kopf, warum dieser medizinische Schlaufuchs wohl Imitate am Handgelenk trägt. Hatte der Proktologe bereits Uhren verloren? Und zwar an Stellen, an denen nie die Sonne scheint? Da erlangt der Satz: „Du kannst dir dein Fake sonst wohin schieben“ doch gleich ganz neue Bedeutung.

Was, wenn sich seine Cleverness nicht nur auf den Kauf von Uhren bezieht? Warum acht Jahre studieren, wenn man das Diplom auch in Panama kaufen kann? Sind billige Placebos nicht genau so wirksam wie die Original-Medikamente? Warum die Darmspiegelung nicht bei einem anderen Arzt machen?

Weg vom weißen Kittel, hin zu der karierten Golfhose von Beispiel zwei. Mein mir bis dahin unbekannter, aber wirklich sympathischer Flightpartner wusste wohl, dass ich „mit teuren Uhren handle“. Ein Golfplatz ist halt auch nur ein Dorf. Nach dem dritten Loch kamen wir aufs Thema und er stellte fest, dass ich gar keine Uhr trage. Wo ich doch mit solch tollen Dingen deale. Ich wollte anmerken, dass der mit uns spielende BMW-Händler auch nicht mit einem X5 durchs Raff brettert. Doch ich verbiss es mir und erklärte den horologischen Absens mit der Beeinträchtigung meines Schwungs durch eine Uhr…oder umgekehrt.

Es folgte ein Kompliment meinerseits, dass seiner ausgefeilten Spieltechnik auch die Rolex am Handgelenk nichts mehr anhaben kann. Es kam, was kommen musste: „Du glaubst doch wohl nicht, dass ich beim Golfen eine echte Rolex trage?“

Wenn ein Fake zum Handicap wird

Doch, glaubte ich, warum auch nicht? So lange er den Ball mit dem Eisen und nicht mit dem Edelstahl der Submariner schlägt. Auch die Taschendieb-Dichte auf deutschen Golfplätzen ist überschaubar. Und die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass ein verirrter Ball die Frontscheibe seines Cabrios auf dem Parkplatz trifft, als das Frontglas seiner Uhr am Handgelenk. Oder ist sein Mercedes SL vielleicht gar kein Original? Verbirgt sich unter der Oldtimer-Haube nur ein alter VW Käfer? Bestimmt ist sein Callaway-Schlägersatz in Wirklichkeit eine plumpe China-Fälschung.

Halten wir es wirklich für clever, wenn wir Schlechtes für Gutes ausgeben? Ist mein Handicap in Wirklichkeit einstellig und ich bin nur so schlau, mit meiner Fake-Vorgabe nicht anzugeben?

Einzig ausschlaggebend ist doch folgende Frage: Hätten Arzt und Golfpartner auch bei Nicht-Experten ihre Fakes als solche geoutet? Ich nehme es mal in deren Sinne an.

Der Halo-Effekt

Es gibt keinerlei Grund ein Fake zu tragen, der Markt ist voll von guten und preiswerten Tickern, die sowohl für tiefe Eingriffe als auch für flache Schwünge geeignet sind. Und wen ich bis hierhin noch nicht überzeugen konnte, dem komme ich jetzt wissenschaftlich. Und zwar mit dem sogenannten „Halo-Effekt“, abgeleitet vom engl. Begriff für Heiligenschein.

Der Halo-Effekt ist eine aus der Sozialpsychologie bekannte kognitive Verzerrung, die darin besteht, von bekannten Eigenschaften einer Person auf unbekannte Eigenschaften zu schließen.

Die bekannte Eigenschaft soll in diesem Fall die Rolex sein, deren positives Image auf den Träger abstrahlen möge. Leider funktioniert dieser Image-Transfer auch im Negativen. Wer also voller Stolz zugibt ein Fake zu tragen, wird nicht als clever, sondern als Blender wahrgenommen. Diese negative Einschätzung überträgt der Geblendete auch auf andere, bisher unbekannte Fähigkeiten des Blenders, sei es im menschlichen oder beruflichen Leben.

So wird aus jedem China-Kracher ein gezielter Schuss ins eigene Knie. Und ab einer bestimmten gesellschaftlichen Ebene kann eine billige Fälschung zu einem teuren Bumerang werden.

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Posted by watch replica at 2:43 PM
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Wie uns die (Uhr-)Zeit gestohlen wird.

Oder: Wenn uns Nobelhersteller weis machen wollen, dass eine Routine-Reparatur vier Monate dauert.

Ich habe eigentlich keinen Grund zum Jammern. Ich besitze schöne Uhren, kenne eine kompetente Uhrmachermeisterin, die sich um die kleinen und großen Wehwehchen (der Uhren) kümmert und habe die Erfahrung gemacht, dass solche Reparaturen zwischen ein und zwei Wochen dauern.

Alles ist gut. Außer der Worst Case tritt bei einem Schadensfall ein:

Die Uhr hat noch Herstellergarantie!

Und schon ist sie weg, die Uhr…

Oder um meinen postpubertären Neffen zu zitieren: Voll gelost, Alter. Denn die immer mit einem netten Plausch verbundene Routine, die Uhr quasi „um die Ecke“ im Meisterbetrieb abzugeben und sie zeitnah und gesundet wieder ins Uhrenkästlein rückzuführen, wird bei einem Garantiefall jäh unterbunden.

So eine Händlergarantie verspricht die „sorgenfreie, zeitnahe und kostenlose Lösung von sehr unwahrscheinlich auftretenden Problemen mit einem Meisterwerk aus unserem Hause.“ Lassen Sie mich von solch einem sorgenfreien Fall berichten.

Hauptdarstellerin des Dramas ist eine Audemars Piguet Royal Oak. Erworben bei einem der führenden Online-Luxushändler für Zeitmesser. Zu einem Preis jenseits der 10k. Also „kein billiger Scheiß“, um noch einmal meinen Neffen zu bemühen. Eine wunderbare Uhr, die sich allerdings nicht zwischen heute und morgen entscheiden konnte. Sprich: das Datum schaltete nicht sauber. Und bei der Einstellung der Zeit rutschte um kurz vor fünf die Welle durch. Ärgerlich, aber kein großes Problem – hätte ich die Uhr in den von mir so gelobten Meisterbetrieb verbringen dürfen.

Aber nein, sie hat ja noch Herstellergarantie – welch ein Glück (haben Sie meinen ironischen Unterton beim Tippen bemerkt??).

Ich will es ja allen immer einfach machen (besonders mir), also ersparte ich mir eine langwierige Beschreibung des Problems und filmte das technische Malheur, um das kleine Erklär-Video der Service-Stelle des Händlers zuzusenden. Mit ein paar netten Worten und der Aufforderung mein Schätzchen wieder heil zu machen, sendete ich eine Mail inklusive Video an den Online-Händler.

Prompt kamen nette und beruhigende Worte zurück, meine Mail würde umgehend beantwortet und alle im Team wären mit Herzblut dabei mein Problem zu beheben. Formschreiben, ick hör dir trapsen – sooo nun schon gar nicht. Per zweiter Mail forderte ich eine Zeitplanung und Lageeinschätzung ein. Und zwar bitte von dem angesprochenen Uhrmachermeister des Hauses. Und oh Wunder und Überraschung, Selbiger rief am nächsten Tag zurück. Er habe sich meine Mail und das Video angesehen und teile meine Einschätzung, dass es wohl ein recht einfach reparables Problem sei. Ich solle nun die Uhr einschicken und sie somit in seine kompetenten Hände legen.

Voll Zuversicht und Vertrauen in Meister HeileheileGänschen verabschiedete ich die Royal Oak und rief ihr hinterher, sie sei wohl in ein paar Tagen wieder zuhause. Das Leben belehrte mich eines Besseren.

Zeitsprung: Vier Wochen und folgende Mail später:

„Sehr geehrter Herr Strohm,

gerne teilen wir Ihnen mit, dass wir entschieden haben, Ihre Uhr zum Hersteller einzuschicken. Dieser Prozess kann einige Wochen in Anspruch nehmen daher bitten wir Sie um etwas Geduld.“

Das freut mich, dass sie das gerne mitteilen. Noch gerniger wäre mir gewesen, dass der Fehler in der eigenen Meisterei behoben wird, so wie versprochen. Aber weg ist weg und die AP unterwegs in die Schweiz, das Land der heilenden Hände.

Zeitsprung II: Weitere 3 Wochen später in meiner Mailbox:

„Sehr geehrter Herr Strohm,

gerne teilen wir Ihnen mit, dass die Reparaturszeit (inkl. Rechtschreibfehler) beim Hersteller ca. 10 Wochen dauern wird.“

Ich denk nur: Verdammt, die hurtigen Helveten legen sich aber wahrlich für mich ins Zeug. Doch halt! Las ich da auf der Homepage nicht etwas anderes? Ich zitiere:

Wie lange dauert eine Wartung bei Audemars Piguet normalerweise?

Das hängt vom Kaliber, dem Zustand der Uhr und den erforderlichen Arbeiten ab.

Normalerweise dauert ein Komplettservice eines Modells aus der Kernkollektion von AP, das noch Garantie hat, 21 Tage. 42 Tage dauert es, wenn die Garantie Ihrer Uhr nicht mehr gültig ist.

Was lesen wir daraus?

Erstens: Ist die Garantie abgelaufen, dauert es doppelt so lang – denn in diesem Fall können wir die Arbeiten ja in Rechnung stellen. Viel Arbeit – viel Rechnung!

Zweitens: Drei Wochen für einen Komplett-Service heißt: Alles auseinanderbauen, fetten, ölen, schmieren und wieder zusammenbauen in 3 Wochen. Rein rechnerisch dauert also nur der Austausch der Welle bei meiner Uhr 7 Wochen. Wie nennt man so was? Betriebsferien? Arbeitsverweigerung? Beschiss?

Manchmal hilft es, sich die Dinge genauer anzuschauen…

Ich wäre nicht Herr Strohm, wenn meine Kritik nicht (wie immer) sachlich und konstruktiv wäre. So setzte sich der Marketingfachmann in mir hin und entwarf eine revolutionäre Lösung, wie solcher 16-18 wöchiger Absenz vermieden werden kann. Das Zauberwort heißt:

Man stelle sich diese irre Idee vor, die großen Marken würden mit Meisterbetrieben VOR ORT (und jetzt kommt’s) ZUSAMMENARBEITEN!!!

Dazu käme noch eine verbindliche Terminvereinbarung UND eine Austauschuhr für die zwei Wochen, in denen der eigene Liebling nicht das Handgelenk zieren kann.

Diese Idee habe ich mir direkt patentieren lassen und nenne sie „Kundenfreundlichkeit“. Allerdings warf meine Uhrmachermeisterin ein, dass es so etwas schon einmal gegeben hätte, ganz früher, zur Zeit ihres Vaters (ebenfalls Meister). Dass diese alte Service-Kunst allerdings ausgestorben sei – per Fangschuss durch die Hersteller. Denn nur der selbst verdiente Schweizer Franken ist ein guter Franken.

Für alle, die jetzt grinsen und diese Unverschämtheit der Marken als gottgegeben hinnehmen: Lächeln Sie auch noch, wenn man Ihren BMW zum Zündkerzentausch für 12 Wochen nach München schickt? In der Autobranche wurden die Hersteller gezwungen, Meisterbetriebe mit Ersatzteilen zu beliefern. In der Uhrenindustrie ist das wahrscheinlich nicht möglich, weil die Teile zu schwer und sperrig für den Versand sind…

Mein Vorschlag: Die meisten Luxusuhren sind weder in Revision noch Reparatur für den Uhrmachermeister vor Ort ein Problem. Wir sollten sie einfach mal machen lassen und fair bezahlen. Niemand, der 20k für eine Uhr ausgibt wird durch die 200-300 Euro einer Revision in die Insolvenz getrieben. Den Meisterbetrieben in unserer Umgebung sichert es aber das Überleben. Ich für meinen Teil, werde es in Zukunft so handhaben, auch wenn die Herstellergarantie (Teufelszeug!) einen kostenlosen Service verspricht.

An dieser Stelle muss ich leider abbrechen, denn ich habe noch einen Termin beim Arzt. Sollte ich in den nächsten 8-10 Wochen nichts posten, sitze ich wohl im Wartezimmer und darf nicht nach Hause. Oder werde eingeschickt zum Hersteller…na ja…wenigstens Mutter wird sich darüber freuen.

Bitte sehen replica uhr oder IWC Uhren
Posted by watch replica at 2:43 PM
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